Mar
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neben den spottenden Soldaten, den sich vergewissernden Gelehrten, den Anhängern und Vorbeiziehenden sind es die Frauen, die auf dem Hügel von Golgatha am Kreuze stehen und sehen, wie Jesus von Nazareth langsam stirbt. Sie stehen da in ihrem Schmerz und ertragen, was ihre Herzen zerreisst. Als einziger seiner Jünger ist Johannes dabei. All jene Menschen, die Jesus nahe standen und ihn über die Zeit seines irdischen Wirkens kennen und lieben gelernt haben, zerbrechen an dem, was vor ihren Augen geschieht.

In solchen Momenten des Leids und der Trauer kann Liebgewonnenes und Vertrautes plötzlich fremd erscheinen. Wir Menschen sind dann auf uns selbst zurückgeworfen und finden uns schwer zurecht. Diese Erfahrung machten die Begleiter Jesu nach der Passion und nach dem Schock der Kreuzigung. Er, dem sie ihr Vertrauen schenkten, für den sie ihr Leben völlig auf den Kopf stellten, liegt im Grab, wie jeder Sterbliche. Das ist unfassbar.

Maria Magdalena trägt scheinbar als einzige noch einen Funken Hoffnung im Herzen. Sie kehrt zurück zum Grab. Es ist leer, der Leichnam fort. Sie ist völlig irritiert. So vieles geht ihr in diesem Moment im Kopf um. Und plötzlich ein Fremder, sie erkennt Jesus nicht. Schock und Trauer sitzen noch zu tief. Erst der Klang seiner vertrauten Stimme, als er sie mit ihrem Namen anspricht, zerreisst die Schatten des Leids. Das Licht des Lebens und der Liebe leuchten wieder in ihr mit der befreienden Gewissheit im Herzen: ER LEBT!

Solche Lichtblicke aufs Leben sind ein grosses Geschenk, auch heute. Eine Ahnung vom Licht der Auferstehung bekommen wir, wenn wir aus den Schatten der Dunkelheit, des Leids und der Not heraustreten ans Licht und in die Lebendigkeit.

Durch unser gemeinsames Wirken für unsere Mitmenschen in Not dürfen wir das österliche Licht teilen und weitergeben an jene, die durch Unrecht und Leid, Armut und Trauer ihre Hoffnung und Zuversicht auf bessere Lebenschancen verloren haben. Schenken wir durch unser materielles Teilen, durch unsere Gedanken und unser Beten möglichst vielen in aller Welt wieder neue Blickwinkel auf das Leben.

In diesem Sinne bitte ich Sie um Ihre Grossherzigkeit für die Kinder in Ruanda, für die von HIV und Aids betroffenen Menschen in Nairobi, für die behinderten Kinder in Ecuador, für das Mädcheninternat in Osttimor und schliesslich für letzte Bauarbeiten der Krankenstation im indischen Dorf Padrithana.

Verbunden mit meiner heutigen Bitte ist mein Dank. Mein Dank für Ihre offenen Herzen und für das Licht, das Sie durch Ihr Zutun bereits in die Welt getragen haben. So wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben eine gesegnete Osterzeit mit dem österlichen Gruss des Auferstandenen:

Friede sei mit euch!

Ihr

Bruder Mathias Müller OFM