Nov
21

diese Zeilen schreibe ich Ihnen viele tausend Kilometer entfernt von unserer Heimat, aus Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Am Ende meiner ersten Afrikareise durch Togo und Burkina Faso, versuche ich die vielen Eindrücke zu ordnen, die ich beim Besuch verschiedener Projekte der franziskanischen Familie vor Ort sammeln durfte.

Es ist bunt hier und laut. Überall sind Menschen: Kinder in Schuluniformen, Frauen mit Töpfen auf ihren Köpfen, Handwerker und Händler am Strassenrand, dazwischen frei umherlaufende Esel, Ziegen und Kühe. Man schwatzt, isst und lacht. Es gibt hier so eine Freude, die sehr ansteckend ist:
Freude am Singen, Tanzen, am schlichten Leben und einfachen Zusammensein. Diese Freude ist der grosse Reichtum Afrikas.

Natürlich gibt es auch die Seite der Armut: ein Leben am Existenzminimum, die Sorge um Arbeit, Ausbildung und Gesundheit. Genau hier bin ich meinen franziskanischen Brüdern und Schwestern dankbar, nämlich in ihrem konkreten Einsatz und Bemühen für diese Menschen in Not. Sie kümmern sich um Waisen, ermöglichen es Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung zu bekommen, helfen Kranken und Behinderten und versuchen mit ihrer schlichten alltäglichen Präsenz den Menschen neue Hoffnung zu geben.

An dieser Stelle möchte ich es auch nicht versäumen, den grossen Dank meiner Mitbrüder, an Sie liebe Spenderinnen und Spender, weiterzugeben. Denn erst durch Ihre finanzielle Unterstützung ist diese Hilfe möglich!

Heute früh in der Messe sprach Jesus von einem Mann, der eine reiche Ernte hatte. Er baute deshalb grosse Scheunen, um möglichst viel für sich zu behalten und so das Leben zu geniessen. Doch noch in der gleichen Nacht wird er sterben! Was kann er nun mitnehmen? Unweigerlich musste ich an uns denken, die wir im reichen Teil der Erde leben. Sind wir nicht immer wieder dieser Gefahr ausgesetzt, nämlich den Reichtum möglichst für uns zu behalten und es uns gut gehen zu lassen?

Die konkreten Anfragen von Menschen in Not können uns helfen dem zu entgehen: die behinderten Kinder sowie die armen Kranken in Kenia der Schwester Teddy und Schwester Beatrice, die Flüchtlinge in Mexiko mit Pater Tomás, Schwester Maria mit den indigenen Volksgruppen in Brasilien sowie Pater Augustine und die 450 Mädchen und Jungen, die in Bangladesch die Schule besuchen möchten.

Für die nahende Adventszeit wünsche ich uns allen, dass wir immer wieder von dieser Freude am Leben
und dem geschwisterlichen Zusammensein angesteckt werden.

Pax et Bonum!

Ihr

Bruder Mathias Müller OFM