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«Union de prières» hört man in Afrika oft als Abschiedsgruss – «Verbundenheit im Gebet». Menschen bitten sich gegenseitig um das Gebet. Es drückt diese lebendige Beziehung zu Gott aus, der man hier immer wieder begegnet. Man betet vor einer längeren Autofahrt, vor dem Essen, vor einer Zusammenkunft. Die Menschen danken Gott für etwas Erhaltenes und vertrauen auf sein Wirken in der Zukunft. Selbst die Geschäfte tragen für unsere Ohren ganz ungewohnte Namen: «Coiffeur – Jesus der Retter», «Café – Gott wird schauen» oder auch «Autoersatzteile – Gott ist einer».

Die Menschen hier sind immer wieder schwierigen, existentiellen Situationen ausgesetzt und können sich nicht auf ein funktionierendes Sozialwesen verlassen. Sie stehen oft vor der Frage: Wie geht es wei- ter. Sie spüren, dass ihnen nur Gott helfen kann, sie vertrauen ganz auf ihn. Für uns, wo vieles ganz selbstverständlich ist, erscheint ein solches Verhalten ganz fremd.

«Union de prières» – «Verbundenheit im Gebet». Das Gebet dieser Menschen betrifft auch uns. Wenn ich mich von der Not eines Mitmenschen berühren lasse, geschieht auch etwas mit mir. Ich erkenne, dass vieles nicht selbstverständlich ist und ich dankbar sein darf. Ich bin tief überzeugt, dass Gott un- sere Gebete erhört. Er braucht aber auch helfende Hände, Menschen die handeln, damit sich Hoffnungen erfüllen können.

Insbesondere Kinder sind in ihrer Entwicklung auf solche
helfenden Hände
angewiesen. Sie brauchen verantwor-
tungsbewusste Vorbilder und eine konkrete Hoffnung für
die Zukunft. So ist es mir ein grosses Anliegen, Sie um
Ihre Mithilfe zu bitten, damit 560 Mädchen und Jungen
in Uganda die Schule besuchen können und dadurch bes-
sere Lebenschancen erhalten.

Menschen, die handeln, braucht aber auch Schwester Silvia in Argentinien, damit die Familien der Ethnie der Wichi endlich sauberes Trinkwasser bekommen. Auf eine bessere Gesundheitsversorgung hoffen in Ecuador 300 Flüchtlinge aus Venezuela und 1000 Menschen, die beim Erdbeben vor drei Jahren alles verloren haben. Und schliesslich möchten wir Schwester Janeth in Mali bei ihrem Einsatz gegen die Mangelernährung von Kleinkindern unterstützen.

Für all diese Menschen können wir Gottes helfende Hände sein. Wir werden zu Trägern seiner Liebe hin zu allen Menschen und können mit vereinten Kräften «im Kleinen Grosses» bewirken.

«Union de prières» – im Gebet verbunden. Jeder Dank, ausgesprochen oder empfunden, ist für mich wie ein Gebet, das Menschen verbindet. So bin auch ich Ihnen in Dankbarkeit verbunden.

In dankbarer Verbundenheit.

Pax et Bonum!

Bruder Mathias Müller OFM